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  Parasiten

Welche Parasiten gibt es?

Zecken

Parasiten der Körperoberfläche (Ektoparasiten)

Haut und Fell sind die Orte, an denen sich Ektoparasiten aufhalten. Dabei ist es egal, ob sie sich in die Haut eingraben, oder auf der Haut aufhalten. Sie ernähren sich dabei entweder von Hautteilen, oder von Blut. Dabei verletzen sie die Haut oder führen zu starkem Juckreiz. Die damit verbundenen Irritationen sind optimale Eintrittspforten für Bakterien und/oder Pilzen, die dann zu starken Entzündungen führen können. Am Tier äußert sich das dann in struppigen Fell, Haarausfall, Ekzemen, Schuppen ….



Zecken gehören zu den Verwandten der Spinnen und besitzen wie die Spinnen acht Beine (Die Larve der Zecke besitzt nur sechs Beine). Anders wie bei den Spinnen wird der Körper nicht in zwei Teile geteilt, sondern ist ein plumper Körper ohne Unterteilung von Kopf und Rumpf. Drei Stadien durchlaufen die Zecken bis zur erwachsenen Zecke. Die Entwicklung der Zecke kann sich auch mal über Jahre erstrecken. Die einzelnen Stadien lauten: Larven, Nymphen und erwachsene geschlechtsreife Zecke (weiblich , männlich ). Alle drei Entwicklungsstadien saugen Blut (Schildzecke, die am häufigsten vorkommenden Zecken bei Hund und Katze) und häuten sich danach. Nach ihrem Erscheinungsbild unterscheidet man Schild- und Lederzecken. Die am häufigsten vorkommenden Zecken bei Hund und Katze sind der unter die Schildzecken fallende Holzbock und die braune Hundezecke.


1. Holzbock (Ixodes ricinus)

a) Geographische Verbreitung

Ganz Europa

b) Artmerkmale und Entwicklung

Hund und Halter können befallen werden. Die Zecken lauern auf Pflanzen (max. 1 m hoch) und in Waldungen mit Unterholz auf ihre Wirte. Dabei verlassen sich die Zecken ausschließlich auf ihren Geruchssinn, der in den Vorderbeinen lokalisiert ist. Sie nehmen dabei Hautdüfte wie Buttersäure und CO2 wahr. Die Hauptaktivitätsmonate liegen im Frühjahr und im Herbst.

Die Männchen werden ungefähr 4 mm lang, die ungesogen rotbraunen Weibchen erreichen gesogen eine Länge von 1,5 cm und erscheinen dann als gelb bis grau-grünliche „Erbsen“. Die Vermehrung findet auf dem Hund statt. Die Eiablage auf dem Boden. Aus den von jedem Weibchen abgelegten Eiern (bis zu 3000 Eier) schlüpfen sechsbeinige Larven von 0,5 – 1 mm Größe. Die sich dann wieder nach einer Blutmahlzeit auf dem Boden zur Nymphe häuten. Diese befällt wieder einen Wirt, saugt Blut, fällt ab und häutet sich zum Männchen oder Weibchen. Die ganze Entwicklungsdauer ist extrem temperaturabhängig und liegt bei ungefähr 2 – 3 Jahren.

c) Befallsmodus und übertragene Erreger

Die Zecken können beim Stich das Bakterium Borrelia burgdorferi (Erreger der Borreliose) übertragen.

d) Anzeichen der Erkrankung

(1) Lokale Hautreaktion und Schwellung treten an der Stichstelle auf
(2) Wie beim Menschen kann eine Infektion mit Borrelien zu schwersten Symptomen führen. Sie äußern sich gichtartigen Gelenksveränderungen bis hin zu Lähmungen. Auch können bei der Borreliose Nerven- und Muskelsysteme wie auch das Gehirn und das Herz schaden nehmen. Die Borreliose kann auch zum Tode führen.

e) Infektionsgefahr für den Menschen

Da ein direkter Übergang der Zecken vom Hund auf den Menschen nicht erfolgt, stellt ein Borreliose-Hund keine Gefahr für den Menschen dar.

f) Diagnosemöglichkeiten

Eine Borrelia-Infektion beim Hund wie beim Menschen lässt sich durch einen serologischen Test eindeutig nachweisen. Diese sollte der Halter bei vielfachem Zeckenbefall des Hundes vom Tierarzt verlangen.

g) Vorbeugung

(1) Bei Wanderungen mit Freilauf im Unterholz oder durch Gras und Büsche sollte ein Spot on verwendet werden. Empfehlenswert ist z.B. Exspot oder Preventic oder Advantix. Halsbänder sind nicht empfehlenswert, da gerade bei Kleinkindern immer der Wirkstoff mit der Haut der Kinder in Berührung kommt. Außerdem waschen sich die Halsbänder bei Regen aus. Die Wirksamkeit lässt dann bei Halsbändern nach.

(2) Nach Wanderungen sollte das Fell gründlich abgesucht werden. Auch unter den Achseln sollte immer wieder genau nachgeschaut werden.

h) Behandlungsmaßnahmen

(1) Zeckenentfernung. Nehmen Sie am besten eine Zeckenzange oder besser noch einen Zeckenhaken. Der Vorteil eines Zeckenhakens ist, dass man immer die komplette Zecke entfernen kann, ohne den Körper zu zerquetschen. Sich ziehen auch nie an den Haaren. Auch der Kopf bleibt dabei nie im Körper des Hundes.

(2) Chemotherapie. Hat der Tierarzt serologisch eine Borreliose festgestellt, so muss eine Behandlung mit Antibiotika durchgeführt werden. Je früher man mit der Behandlung anfängt, umso erfolgreicher wird die Behandlung sein.


2. Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

a) Geographische Verbreitung

Die braune Hundezecke kommt im südlichen Europa vor. Wobei die Grenzen der Verbreitung fließend sind und häufig nach Deutschland eingeschleppt wird. Diese Zecke ist in Wohnungen vermehrungsfähig.

b) Artmerkmale und Entwicklung

Diese rotbraune Zecke besitzen seitliche Augen und werden als Männchen 3 mm und als voll gesogenes Weibchen bis 1,2 cm groß. Der Entwicklungszyklus gleicht der dem Holzbock.

c) Befallsmodus und übertragene Erreger

Die braune Hundezecke findet überwiegend wie der Holzbock den Wirt über den Geruchssinn. Diese Zecke kann in südlichen Ländern folgende Erkrankungen übertragen:
(3) Babesia canis
Dieser Parasit befällt die roten Blutkörperchen und wird beim Zeckenstich injiziert.
(4) Hepatozoon canis
Dieser Parasit befällt die Zellen der Milz der Leber und des Knochenmarks.
(5) Ehrlichia
Diese Erkrankung befällt ebenfalls die roten Blutkörperchen

d) Anzeichen einer Erkrankung

Diese einzelnen Erkrankungen werde ich in späteren Ausgaben noch näher behandeln. Wichtig ist nur, dass sie in südlichen Gebieten ihr Tier genau nach Zecken untersuchen und mittels eines Spot ons eine Zeckenprophylaxe machen.

e) Infektionsgefahr für den Menschen

Nicht vorhanden

f) Diagnosemöglichkeit

Knochenpunktat, Blutausstrich oder Serumanalyse

g) Vorbeugen

Siehe oben bei Holzbock

h) Behandlungsmaßnahmen

(1) Entfernen der Zecken mittels Zeckenhaken
(2) Verabreichung von Kontaktinsektiziden

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