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  Parasiten

Welche Parasiten gibt es?

Leishmanien

I. Parasiten der inneren Organe und des Blutes (Endoparasiten)
Hierbei handelt es sich um Parasiten, die sich im Blut und / oder in den Organen wie Leber, Milz, Blase oder auch im Herzen und Gehirn aufhalten können.


A. Leishmaniose

Geographische Verbreitung

Die Hundeleishmaniose ist die am häufigsten eingeschleppte Infektionserkrankung. Sie kommt bevorzugt in den südlichen warmen Ländern südlich des 45. Breitengrades vor. Hier in Deutschland vorkommende Leishmaniose muss noch als reisemedizinisches Problem angesehen werden. Doch die Überträgermücke wurde auch schon hier in Deutschland mehrfach gefangen, sodass man auch hier in Deutschland hellhörig werden sollte.

(Quelle: WHO)

a) Artmerkmale und Entwicklung

Man unterscheidet 3 Formen der Leishmaniose

  • Hautleishmaniose
  • Innere Leishmaniose
  • Schleimhautleishmaniose

Derzeit sind etwa 12 Millionen Menschen in 88 Ländern aller Kontinente mit Leishmanien infiziert. Etwa 350 Millionen Menschen leben täglich mit dem Risiko, sich durch einen Stich der Sandmücke zu infizieren.
Die Infektionsrate von Hunden mit Leishmanien ist besonders im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch.
Süd-Frankreich bis 20 %, Nordspanien 5 – 10 %, Süd-Spanien bis 42 % (Andalusien), Italien 5 - 10 % (auf Sizilien bis 80 %), Nordgriechenland bis 3 %, Südgriechenland etwa 25 %.

b) Befallsmodus und übertragene Erreger

Eine Leishmaniose kann überall dort erworben werden, wo mit Leishmanien infizierte Sandmücken der Gattung Phlebotomus oder der Gattung Lutzomyia vorkommen. Über die aktuellen epidemiologischen Daten informiert Sie die Welt-Gesundheits-Organisation WHO (http://www.who.int/en/).

c) Anzeichen der Erkrankung

Die auch so genannte Orientbeule (Hautleishmaniose) läuft einher mit Schuppung hellen Knoten, und mit Geschwüren einher. 90 % der an Hautleishmaniose erkrankten Hunde leiden an nicht juckenden Hautveränderungen mit Krusten-, Knötchenbildung, Haarausfall und Pigmentierungsstörungen im Bereich der Augen (Brillenbildung), Ohrmuscheln, Lidrändern und Nasenspiegel. Obwohl die Hautveränderungen zumeist nur auf die Extremitäten beschränkt sind, können sie doch auch auf andere Körperteile übergehen und ähnliche Symptome hervorrufen. Oft entstehen Entzündungen im Bereich der Krallen, mit Geschwürbildungen zwischen den Zehen und übermäßiges Krallenwachstum. Fieberschübe, Anämien, Durchfall, vergrößerte Lymphknoten, Schmerzen im Bereich der Bauchregion (durch Milz- und Leberschwellungen) können weitere Symptome sein.

Die innere Form gilt hierzulande als selten. Sie zeichnet sich durch eine unspezifische Symptomatik aus. Es werden Gewichtsverlust, trotz anhaltenden Appetits, verstärktes Harnvolumen, vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und vermehrtes Erbrechen beobachtet. Bei abnehmender körperlicher Aktivität kann es unter anderem zu Bewegungsstörungen, Nervenstörungen und Gelenkentzündungen kommen.

Die besonders gefürchtete Schleimhautleishmaniose (eine Form der Hautleishmaniose) kommt vorwiegend im amerikanischen Raum vor und wird deshalb hier nicht besprochen.

d) Infektionsgefahr für den Menschen

In den südlichen Ländern besteht ein hohes Infektionsrisiko für den Menschen, da dort der Hund als großes Reservoir für die Leishmanien gilt. Dabei muss aber betont werden, dass es im Grunde zu keiner direkten Übertragung von Hund auf Mensch kommt. Ausnahme bilden immungeschwächte Menschen. Ansonsten muss immer eine mit Leishmanien infizierte Sandmücke den Menschen gestochen haben.

e) Diagnosemöglichkeiten

Mikroskopischer Nachweis der einzelligen Parasiten in Tupferpräparaten, von Punktionen von Lymphknoten der Randgebiete von Hautläsionen. Aber auch serologische Verfahren sind verfügbar.

f) Vorbeugung

Auftragen von Insektiziden. Bitte besorgen Sie sich immer zwei Wochen vor dem Aufenthalt im Süden ein Insektizid, damit es zu keiner Infektion mit Leishmanien kommt.

g) Behandlungsmaßnahmen

Allopurinol ist ein preiswertes und gut wirksames Mittel zur Behandlung der Leishmaniose.

Gleichfalls wird an einem DNA-basiertem Impfstoff gegen Leishmaniose geforscht und ist schon im fortgeschrittenen Stadium der Forschung. (s. Mologen AG)

h) Prognose

Ohne Behandlung sterben bis zu 90 % der Hundeleishmaniose-Patienten innerhalb eines Jahres. Viele davon sterben an Niereninsuffizienz. Seit Einführung der Allopurinolbehandlung hat sich die Prognose deutlich verbessert. Auch wenn es zu einer gesicherten Dauerheilung selten kommt.

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